Es war die Nachtigall und nicht die Lerche.
Es war die Nachtigall und nicht die Lerche." Wer kennt sie nicht, die herzergreifende Liebesgeschichte von Romeo und Juliet, die aus verfeindeten Familien stammen, sich gegen alle Widerstände lieben und sogar heimlich heiraten? Eine Liebe, die in einer entsetzlichen Katastrophe enden muss - und als Symbol reiner Liebe dennoch die Jahrhunderte übersteht. In Romeo und Julia sind alle Ingredienzien enthalten, die den Stoff ganz großer Dramen ausmachen: Lebenslust, Sehnsucht, Rebellion, Liebe, Verrat, Verzweiflung und Tod. William Shakespeare schrieb mit Romeo und Julia die berühmteste Liebestragödie der Weltliteratur, die auch andere Künstler nicht unberührt lassen konnten.
Unter den zahlreichen Vertonungen des Romeo-und-Julia-Stoffes zählt Charles Gounods Oper zu den meistgespielten. Bereits die Uraufführung am Théatre Lyrique in Paris im Rahmen der Weltausstellung 1867 wurde zu einem triumphalen Erfolg. Der Komponist spürt insbesondere dem Gefühlsleben der titelgebenden Liebenden feinsinnig nach, für die er gleich vier Liebesduette komponierte. Gleichzeitig gibt er auch dem gesellschaftlichen Kontext ihrer verbotenen Liebe in Form von klanggewaltigen Chortableaus und einer großen Kampfszene der verfeindeten Familien Raum.